Sylt [Deluxe Edition]

1. Graceland
2. Nullsummenspiel
3. Am Tisch
4. Kein Außen Mehr
5. Wir müssen das nicht tun
6. Fake For Real
7. Geringfügig, befristet, raus
8. Agnostik für Anfänger
9. Verraten
10. Dunkel
11. Würde
12. Wir werden nie enttäuscht werden

Du und wie viel von deinen Freunden

Volle Distanz - Balkon Gegenüber - Im Taxi Weinen - Hier Sein - Wäre er echt

Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen

Die Ausfahrt zum Haus deiner Eltern - 48 Stunden - Balu - Nacht - Einer

Die beiden Vorgängeralben haben sich in mein Herz gespielt. Ich verbinde mit so vielen Lieder von Kettcar wunderbare oder auch traurige Erinnerungen. 48 Stunden hat mich dazu gebracht, mich zu trennen. Im Taxi Weinen wurde zum Lied des letzten Jahres von mir gewählt. Und jetzt ist es also da. Das neue Album “Sylt” und das auch noch in der Deluxe Edition (CD + DVD). Nach dem Hineinhören versuche ich nun meinen Ersteindruck in Worte zu fassen.

Und nun kommen wohl auch die Worte, die ich mir nie erhofft, und die die wenigsten von mir erwarten würden. Ich bin enttäuscht. Gerade das, was ich an Kettcar geliebt habe, die Akustik, die Gitarre, die Stimme, die Texte und die Melancholie. Das alles war für mich Kettcar und noch vieles mehr. Auf Sylt sind sie lauter als sonst. Manchmal viel zu laut für diese wunderschönen Texte. Es macht viel mehr Spaß mit dem Booklet sich die Texte durchzulesen und sich selbst eine Melodie auszudenken. Sich zu überlegen, wie Markus Wiebusch es viel schöner hätte singen können.

Der Opener (nennt man das so) Graceland schreckte mich schon beinahe etwas bei der Videoveröffentlichung ab, so anders hörten sich Kettcar da an. Und so wie es aussieht, hat das dritte Album viel mehr Rock intus. Gerade das finde ich traurig. Einzige Ausnahme, wo die Akustik das komplette Lied andauert ist “Am Tisch”. Natürlich werden mir noch mehr Lieder gefallen, das ist jedes Mal so. Aber man kann sagen, dass Sylt sicherlich nicht einsteigerfreundlicher als die Vorgänger sind. Es geht weg vom eingängigen Melancholie-Indie-Pop.

Die DVD übrigens zeigt Kettcar auf ihrer 3-Gigs-Tour in Russland. Manchmal wirklich richtig lustig. Also eine gute Beilage. Obwohl mir eine zweite CD natürlich auch gut getan hätte.

Ohrwurm absolut ist Verraten. Poesie pur in diesen wenigen Zeilen.

Klingt nach Kettcar mit einer Prise “… but Alive”

Daumen in die Höhe für dieses geniale Cover. Tut mir Leid, aber wenn das nicht passt, kaufe ich meist auch keine CD. Aber dieses ist wirklich wunderbar.

Daumen woanders hin, für den manchmal unpassenden Rock.

Zeigefinger in die Höhe, für die Minispiele auf der “Deluxe Edition”-DVD.

Lieblingssongzitat “Weil das Kind, das gegangen ist, jetzt vor dem Haus stehend, erkennt und vermisst, dass es kein Kind mehr ist ” aus Verraten.

Kaufen? Wer die beiden Vorgänger geliebt hat, wird es wahrscheinlich schon haben. Wem Graceland gefällt, soll es sich kaufen. Die Graceland-Weiterentwicklung von Kettcar zieht sich durch das komplette Album.

Ich bin schon gespannt auf das Konzert Anfang Mai in Wien. Dass CDs nur viel weniger von der Musik rüberbringen können, weiß ich spätestens seit Lisa Papineau. Aber Kettcar haben sich eben weiterentwickelt. Es ist zumindest für mich anfangs noch sehr gewöhnungsbedürftig. Also … zurzeit noch enttäuscht, aber vielleicht bald wieder die vollkommene Liebe zu Sylt. Mal sehen.

Konk [Special Limited Edition]

1. See The Sun
2. Always Where I Need To Be
3. Mr. Maker
4. Do You Wanna
5. Gap
6. Love It All
7. Stormy Weather
8. Sway
9. Shine On
10. Down To The Market
11. One Last Time
12. Tick Of Time

1. Watching The Ships Roll In
2. Eaten By Your Lover
3. No Longer
4. Fa La La
5. Nothing Ever Changes
6. By My Side
7. Hatful Of Love
8. See The Sun (Alternate Version)
9. Brooklyn (Home Demo)

Als eine der größten Errungenschaften meines bisherigen musikalischen Lebens sehe ich neben der Aaron Carter-CD (1995, meine erste CD überhaupt) das erste Studioalbum von “The Kooks”. Im Gegensatz zu allen Bands vorher (mit Ausnahme von Maroon 5), war ich der Allererste in meinem Freundeskreis, der mit diesem Longplayer auftrumpfen konnte. Anfangs noch belächelt und nach dem Erfolg von Naïve in den Himmel gelobt. Das ist “Inside In // Inside Out”. Eine Ansammlung von vielen wunderbaren Songs mit der eingängigen Stimme von Luke Pritchard. Aber zugegeben: Beim späteren Lauschen gefielen mir zwar immer mehr Lieder, aber meist beschränkte ich mich auf einige wenige.

Mit großer Erwartung habe ich auf das zweite Album gewartet. Am 8. Oktober 2007 sah ich zum ersten Mal beim Durchsuchen des Internets folgende Nachricht.

The Kooks are in the studio now working hard on their second album.

Als man das Album zum ersten Mal bei Amazon vorbestellen konnte, habe ich das dann auch gleich getan. Heute morgen kam endlich das Päckchen an und ich bin begeistert. Bei einigen Kritiken (wie NME: 5 von 10) fiel das Album weit hinter den Erwartungen und dem ersten Album zurück. Die Special Limited Edition bietet neben dem normalen Album “Konk” noch eine Extra-CD namens “Rak” mit B-Seiten. Nach dem ersten Durchlauschen der CDs haben sich aber meine Erwartungen mehr als erfüllt.

Die CD scheint um einiges eingänger zu sein, als der Vorgänger, und gerade das gefällt mir sehr gut. Entfernen sie sich damit zu sehr vom Indie-Dasein? Werden sie damit zum von vielen Fans verhassten vollkommenen Kommerz? Laufen sie bald auch auf VIVA? Ich denke nicht. Die erste Single “Always Where I Need To Be” ist eine poppiger kleiner Song, ein richtiger Ohrwurm. Doch auch all die anderen Songs gefallen mir dieses Mal schon beim Ersthören.

Ohrwurm absolut ist Tick Of Time. Ein eher akustisches Lied. Und das hat mir bei den Kooks schon immer am besten gefallen.

Klingt nach Luke Pritchard. Seine Stimme ist einfach unverwechselbar.

Daumen in die Höhe dafür, dass es gleich von Anfang an eine Special Edition gibt. Und anstelle einer DVD (die ich mir normalerweise nie ansehen werde), eine weitere CD dabei ist.

Daumen woanders hin, da der vollkommene Superhit wie Naïve zurzeit noch nicht hörbar ist.

Zeigefinger in die Höhe, für die österreichische Post, die es nicht schaffte, ein Donnerstag Nacht verschicktes Paket bis Montag zu schicken.

Lieblingssongzitat “It’s far to early in the morning, to be trying to call you, and far too early in the daytime, to be thinking about that [...] ” aus Tick of Time.

Kaufen? Meiner Meinung nach ja. Mir gefällt das eigentlich Album und auch die B-Seiten sind wunderbar hörenswert.

Die Kooks haben mit “Konk” eine tolle Weiterführung ihrer Erfolgsgeschichte gestartet. Von einer Revolution des eigenen Musikstils darf man zwar nicht sprechen, aber ich bin ehrlich gesagt froh darüber. Nach dem ersten Lied tauchte ein Lächeln auf meinen Gesicht auf, ich wippte mit den Füßen mit und fühlte mich im Sommer, am See, auf einer Party. Nur wenige Alben erzeugen so schnell ein so gutes Gefühl. Das Album ist also für Fans des ersten Albums absolut empfehlenswert.

The Livingroom Sessions

1. Cute
2. Hold Me Tight
3. Us Apart
4. Farewell
5. Aftermath
6. Climbing Up The Walls
7. FM7 Song
8. Creek #15
9. Questions
10. This Song
11. Being Boring
12. Taktikker

Ohrwurm absolut ist eigentlich die ganze CD. Aber besonders schön ist der zweite Song “Hold Me Tight”. Wunderbar zum Mitsingen.

Klingt nach Sean Lennon. Dessen Album “Friendly Fire” könnte ebenso von Bernhard Eder sein. Und umgekehrt.

Daumen in die Höhe für die Melancholie, die das ganze Album durchzieht. Wenn man sich mit Tee ins Wohnzimmer sitzt und Eder lauscht, passt das Ganze perfekt.

Daumen woanders hin, weil das Album zu schnell vorbei ist. Und was wohl bei jeder CD ist, ich aber durch das erste Live-Aufeinandertreffen besser bewerten kann: die Stimme klingt in Echt noch viel schöner.

Zeigefinger in die Höhe, weil keine Lyrics dabei sind. Denn ich würde am liebsten überall mitsingen.

Lieblingssongzitat “That’s not the place I’m growin’ ” aus Hold Me Tight.

Kaufen? Ja. Ich finde das ganze Album einfach wunderbar. Zu kaufen auf Amazon oder per Privatorderung via MySpace.

Schulnote: 1

Erscheinungsjahr: 2007

Deed Poll

 

Etwas mehr als vierzig Minuten sanfte Gänsehaut und ein besonderes Ambiente. Leicht beängstigend und zum Schluss hin verstörend.

Durch den Blog von André habe ich schon so einiges über diesen Film gelesen. Deed Poll, ein deutscher Film, in englischer Sprache. Vor kurzem bekam ich das Päckchen mit der DVD und einer lieben Karte vom Drehbuchautor und Hauptdarsteller und sah ihn mir am selben Abend an.

Was mich an diesem Film sofort beeindruckt hat, ist die kühle Stimmung, die einen von Anfang an beunruhigt. Der Geschichte startet schnell, und erfährt nie einen Abbruch. Die S/W-Einstellung mit dem mir scheinbar eintretenden Einsatz von ganz wenig Farbe trägt zum Flair des Films bei. Der langsame Wechsel der Szenen und die dabei benützte Stille lässt warten und hoffen und glauben.

Deed Poll erzählt die Beziehung zweier reicher Geschwister, Sean und Ivy Poll, die nach dem gewaltsamen Tod der Eltern ihre lange verheimlichten Leidenschaften freilassen und nichts mehr darauf geben, den gewohnten “schönen Schein”, den sie durch ihre vornehme Erziehung aufgezwungen bekamen, zu wahren. Sie schaffen sich einen wertfreien Raum in ihrer Villa, in dem sie ihre Leidenschaften und Fantasien unreflektiert und unkontrolliert in die Tat umsetzen. //Homepage von Ingo J. Biermann

Der gesamte Plot beängstigt. Die scheinbar gewissenlose Ivy, die mit dem Mord an ihren Eltern die Freiheit zu genießen beginnt. Sean, der in der Liebe zu seiner Schwester auflebt. Die Drogen, die Menschen dazu bewegen, Dinge zu tun. Die Karten, das Symbol, welches sich durch den ganzen Film spinnt. Nathaniel, der junge Mann, der in der Verbundenheit zu Ivy, sich selbst aufgibt. Und schlussendlich auch der sprachlose Thor, der mit seinen Blicken und seiner Mimik die Spannung zum Schluss hin mehr und mehr aufbaut.

Dazwischen das Ausleben der Leidenschaft. Der Versuch durch sexuelle Abenteuer das Gefühl der Freiheit zu spüren. Homo- und heteroerotische Sexszenen, mit (vielleicht gespielter, vielleicht echter) Leidenschaft und Gefühl. Ivys Sehnsucht nach etwas Außergewöhnlichen. Ästhetische Sexszenen, zu zweit, zu dritt … zu viert. Und zwischen all der Sehnsucht nach Offenbarung der stetige Wunsch nach Liebe. Am Schluss endet die Liebe dort, wo man sie am wenigsten vermutet hat. Der Film ist etwas mehr als vierzig Minuten lang. Schön, dass er so kurz gehalten wurde. Dann hätte er wohl an Intensität verloren.

Die Einordnung des Regisseur als schwarze Satire empfinde ich als unpassend. Für mich war der Film viel eher bedrückend und aufwühlend. Wenig lustig, viel mehr zeigt vor allem das Ende die Abgründe des menschlichen Sein. Die Unverfrorenheit, die Folgen von Drogen und das Ende einer Liebe in der Fortsetzung eines Kartenspiels.

Die Kamerführung zeigt manchmal schnelle Schnitte, manchmal ganz langsame. Und obwohl alle vier Hauptdarsteller unglaubliche Arbeit leisten, möchte ich die schauspielerische Leistung von André Schneider und Gianni Meurer hervorheben. André, in seiner anmütigen Sanftheit, dem Spiel mit den Worten, und seinen Augen. Und genau jene haben mich auch bei Gianni Meurer beeindruckt. Durch die fehlenden Worte erscheint seine Person anfangs unscheinbar und entwickelt sich zum Schluss hin zum Hauptaugenmerk. Und André hat mit dem Drehbuch zu diesem Film auch sein unglaubliches Talent in diesem Metier bewiesen.

Erwartet euch vorher nichts. Der Film ist sowieso anders als alle Erwartungen sein können. Er ist in seiner eigenen Art wunderbar. Hat mich aufgewühlt und es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich wieder richtig beruhigen konnte. Es ist ein Kunstwerk an sich. Eine verrückte Geschichte, so bezaubernd und nahegehend gespielt. Während des Films bekommt man kaum Möglichkeit nachzudenken, und gerade das muss man anschließend nachholen.

Diese Kritik klingt wie ein Trigami-Text. Nein, ich wurde nicht bezahlt dafür. Dieser Film hat mich wirklich beeindruckt, und lässt in mir den Wunsch entstehen, irgenwann einmal diesen Monsieur André kennen zu lernen. Vielen Dank für die DVD, Herr Schneider. Somit habe ich einen weiteren aufwühlenden Film in meiner Sammlung. Dankeschön. (Und gelacht habe ich, als “pussy” in den deutschen Untertiteln mit “Mumu” übersetzt wurde. Großartig.)

You wanna try out something… something different? //Ivy

Deed Poll // 2004 // Deutschland // Ingo J. Biermann // Barbara Kowa, Rainer-Maria Wittenauer, André Schneider, Gianni Meurer // englisch

Sweeney Todd

Tim Burton featuring Johnny Depp featuring Helena Bonham-Carter. Klingt nach einem guten Film. Dann auch noch den Plot ins London des 19. Jahrhunderts mit der Musikuntermalung von Stephen Sondheim. Ein perfekter Film, oder?

Ich habe mir einigermaßen etwas von diesem FIlm erwartet. Oscar-nominiert, von Tim Burton (ich liebe Big Fish und überhaupt seine Art, Dinge zu inszenieren). Und mit Depp, einem tollen Schauspieler und FightClub-Lady Bonham-Carter. Eigentlich die perfekte Mixtur.

Die Story stammt aus einem Groschenroman. Und das Drehbuch scheint auch nicht wirklich besser zu sein. Ein Barbier in London hat eine wunderschöne Frau und eine kleine Tochter. Der große Richter findet eben diese Frau schön, und lässt den Barbier verbannen. Fünfzehn Jahre später taucht er wieder auf, unter dem Namen Sweeney Todd. Und rächt und rächt.

Leider müssen die Charaktere in diesem Film auch noch singen. Zugegeben, dafür, dass sie eigentlich nur Schauspieler sind, singen sie nicht schlecht. Aber kommt es mir nur so vor, oder wiederholen sich die Songs alle zehn Minuten? Entweder sie singen von Beautiful oder von Johanna oder Frauen. Wie trivial, das Ganze.

Noch dazu schneidet Todd nach und nach Kehlen durch. Schön ästhetisch, sodass das Blut bis zur Kamera spritzt. Mir war ehrlich gesagt schlecht, neben der Langeweile, die sich durch den ganzen Film zog. Der Film ist makaber, in schönen Farben umgesetzt, aber einfach nur total schlecht. Eine größere Songauswahl hätte dem ganzen gut getan. Was mich am meisten gestört hat, ist die Überstilisierung und Dramatisierung des grauslichen Londons.

Und um jetzt noch schnell zusammenzufassen: ich zähle Sweeney Todd zu den langweiligsten Hollywood-Produktionen, die ich jemals gesehen habe. Er ist auch unter den Top-10 der schlechtesten Filme. Und definitiv der schlechteste Burton-Film (obwohl ich schon Sleepy Hollow grottenschlecht fand) und ebenso der schlechteste Depp-Film. Ich empfehle den Film allen, die Blut sehen wollen, Handlung gerne vermissen und Depp und Bonham-Carter singen hören wollen. Für alle anderen, ist es rausgeschmissenes Geld.

Mitten ins Gesicht.

Plötzlich stehen Tränen in meinen Augen. Der Kloß im Hals verfestigt sich, das Atmen wird schwerer. Und dann schlage ich das Buch zu.

Kein anderes Buch hat mich bisher so gefesselt und so viele Emotionen bei mir hervorgerufen wie dieses. Nur durch Zufall (Link 1: hoch21) wurde ich darauf aufmerksam. Habe es mir bestellt und wenige Tage nicht hineingelesen. Andere Bücher standen am Plan. Doch irgendwann konnte ich mich nicht mehr zurückhalten. Und wurde nach Amsterdam eingeladen. In den Amstelveenseweg. Dort lebten Stijn und Carmen, und ihre Tochter Luna. Eine schöne Zeit könnten sie haben, alles wäre perfekt. Doch Carmen hat Brustkrebs.

Langsam, auf 364 Seiten wird man hineingezogen. Von der Wut auf den Doktor, dem Versuch der Ausflucht aus dem Alltag. Vom Zweifel. Und von der Entscheidung. Stijn, der monophobe junge Mann, der seine Frau schon unzählige Male betrogen hat. Carmen, die mit jeder Chemotherapie schwächer und schwächer wird. Luna, die von all dem noch nichts so richtig versteht. Und Frenk, Maud, Anne, Thomas, Roos und so viele andere. Eine Reise durch das Amsterdam von heute, ein Schicksal wie für unsere Zeit. Keine Goethe’sche Sprache, keine schrecklichen Floskeln. Einfach, wie das Leben ist. Manchmal vulgär, manchmal einfach nur heftig.

Gott, lasse es einen Himmel geben, wo wir einander wieder sehen werden.
Bitte.
Bitte.
Bitte, Gott.

Kluun, der niederländische Schriftsteller und Künstler hat dieses Buch geschrieben. Mitten ins Gesicht. Und genau dorthin trifft einen dieses Buch. Mit voller Wucht. Da sitzt man schon mal auf einer einstündigen Zugfahrt und verschlingt siebzig oder achtzig Seiten. Manchmal findet man Tränen, die langsam die Wange hinunterkullern. Man liest weiter, möchte das Ende gar nicht erreichen, und man weiß doch, wie alles enden wird. Ein dicker Kloß, ein aufgewühlter Magen waren die Folge des heutigen, abschließenden Buchkonsums. Und dann kommt man zum Ende und man spürt nichts mehr. Die Heftigkeit dieser letzten Abschnitte des Buches machen einen sprach-, machen einen atemlos. Man findet sich selbst, mit all seinen Ängsten. Man ist sowas von klein, viel kleiner könnte man nicht werden. Und dann kullert noch ein Tropfen und noch einer. Und während man zur Beruhigung eine Zigarette raucht, bricht es aus einem hervor. Und man fühlt sich alleine. Zitternd im Bett liegend. Nicht wissen, wieso.

Dieses Buch war das erste Stück Literatur, dass mich zum Weinen gebracht hat. Als ich minutenlang nach Fassung suchte. So wie Philadelphia im der Kategorie Film. Ich kann nicht sagen, ich liebe dieses Buch. Viel zu schrecklich ist das Geschriebene. Viel zu heftig, dass all das auf einer Tatsache beruht. Dieses Buch hat mich zumindest ein kleines bisschen verändert. Hat mich nachdenklich gemacht und mir einiges in Sachen Krebs gelehrt. Ich hoffe natürlich, dass ich dieses Wissen nie wieder hervorkramen muss, doch wie auch in dieser Geschichte, weiß man nie, was kommt. Ich habe noch nie so ein Buch gelesen, rezensiere deswegen auch hier zum ersten Mal ein Buch und lege es euch allen ans Herz.

ISBN: 987-3-596-16911-5
€ 8,95 (D), € 9,20 (Ö)

American Gangster

Ridley Scott versucht sich an einer Geschichte nach wahrer Begebenheit. Diesmal: Die Geschichte um den Aufstieg und den Fall von Frank Lucas. Leiter eines der größten Drogen-Imperien der Siebziger Jahre.

Vorher // Schon alleine das Filmplakat scheint zu gefallen. Mir fiel die gewisse Ähnlichkeit mit dem Filmposter zu Scarface auf. Ein Film, den ich selbst noch nicht gesehen habe, aber welcher schon lange auf meiner To-Watch-Liste draufsteht. Trailer habe ich mir zuvor zu American Gangster aber keinen angesehen. Aber schon alleine der Titel und eben das Poster zogen mich in den Film.

Während // Zwei verschiedene Erzählstränge. Das Leben von Frank Lucas und die Arbeit von Detective Richie Roberts, einem grundehrlichen Polizisten. Irgendwann kommen sie zusammen. Und bis dahin? Brutale Bilder, eine unterhaltsame Geschichte und jede Menge Spannung. Zum Schluss hin denkt man sich zwar schon, dass der Film mit über zwei Stunden Laufzeit etwas zu lange geraten ist, und doch sah ich ihn mir gespannt bis zur letzten Minute an.

Nachher // Beeindruckt. Von den Bildern und der Erzählweise. Eine spannende Geschichte. Unfassbar der Ausgang. Denzel Washington loben für seine unglaubliche schauspielerische Leistung.

Was \\ Frank Lukas erfährt schon in seinen Kindertagen, wie es ist, in einer kriminellen Organisation zu arbeiten. Während des Vietnamkonflikts besorgt er sich frisches, ungestrecktes Heroin aus dem eigentlichen Feindesland und baut sich so ein riesig großes Drogenimperium auf. Währenddessen wird der Polizist Richie Roberts dazu beauftragt, den Drogenhandel in New Jersey zu verfolgen. Irgendwann treffen die beiden aufeinander und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Wer \\ Denzel Washington spielt Lucas als gewissenlosen, brutalen Menschen, welcher jedoch sich jedoch immer nach den Grundsätzen des amerikanischen Traums sehnt. Russell Crowe als Det. Roberts kann auch auf seine schauspilerische Leistung stolz sein Ridley Scott, der Regisseur konnte hingegen sowieso schon immer mit der Bildgewaltigkeit seiner Filme beeindrucken. Und auch diesmal ist ihm ein außergewöhnlicher Film gelungen.

Und || Der Film basiert wie zum Beispiel Ted Demmes “Blow” auf einer wahren Geschichte. Und während Blow mit seinem Ende einen eher ernüchternd zurücklässt, ist man bei American Gangster überrascht, wie hier das Ganze abgehandelt wird. Die Bilder, die Ridley Scott auf die Kinoleinwand zaubert, sind beeindruckend und gewaltig. Die Brutalität nicht übertrieben aber eben schon etwas heftig. Alles in allem ein guter Film mit einigen Längen zum Schluss hin.

Persepolis

Wie ein Film mich zu fesseln wusste. Historische Aufklärung. Humor. Die richtige Darstellung. Eine spannende Geschichte. Nach wahrer Begebenheit. Das Leben von Marjane Satrapi. Geboren im Iran.

Wenn man jetzt den Fernseher einschaltet, sieht man maximal die Bilder von Ahmedinedschad, seinen Traum vom Ende des Zionismus und die Pläne für Nuklearwaffen. Wie es dazu kam, und warum immer wieder solche Menschen die Macht in solchen Ländern übernehmen. Eine Frage, die viele beschäftigt, aber die Meisten sind zu faul um zu recherchieren. Dieser Film, Persepolis, nimmt einem ein kleines bisschen Recherche-Arbeit ab.

Der erste Teil zeigt die kleine Marjane, wie sie aufwächst, im Iran des Schahs. Wie es dazu kam, warum sich jeder das Ende dieser Zeit herbeiwünschte, und warum trotzdem nachher nichts besser, aber vieles schlechter wurde. Sobald Marjane dann ein gewisses Alter erreicht hat, die Pubertät, schlägt der Film irgendwie um. Sodann beobachtet man sie auf der Suche nach ihrer Identität, ihrem Ich, ihrem Zuhause. Auf der Suche nach der großen Liebe. Nach der Freiheit.

Der gesamte Film basiert auf den Comics von eben dieser einen Frau, die im Film so viel Mut und ebenso viel Zweifel und Angst zeigt. So wurde der Grafikstil des Comics übernommen und in einen Zeichentrickfilm verwandelt. Die meiste Zeit, bis auf die wenigen Szenen in der Gegenwart, sind in Schwarz und Weiß gehalten. Für mich zeigt dieser Film wieder einmal, dass man auch bei Zeichentrickfilmen Anspruch und fesselnde Atmosphäre erwarten kann.

// Das Fazit

Für mich ist Persepolis einer der beeindruckendsten und bewegensten, einer der erdrückendsten und erschreckendsten, einer der besten und einer der großartigsten Filme. Er führt einen hinein, in eine Welt, die man nur durch einseitige Medienberichterstattung kennt. Man lernt die Geschichte kennen. Jene des Irans, und jene von Marjane Satrapi. Als wir heute im Kino waren, fanden sich insgesamt nur 9 Personen ein. Schade eigentlich, entgeht all den anderen doch ein so einzigartiger Film. Ich kann diesen Film wirklich allen empfehlen. Wobei ich denke, dass die Altersfreigabe ab 10 Jahren doch etwas sehr niedrig ist. Zu bedrückend und heftig ist der Film doch. Aber für mich war Persepolis eindeutig ein Filmereignis.

Enthüllung vom GTA IV - Cover

Ein schönes Cover. Im Stile der früheren Teile. Endlich enthüllt. Das Cover von GTA IV. Doch es kommt ja bekanntlich nicht nur auf die Hülle an. An den inneren Werten wird immer noch geschraubt.

Link 1 
Link 2 

O

1. Delicate
2. Volcano
3. The Blower’s Daughter
4. Cannonball
5. Older Chests
6. Amie
7. Cheers Darlin’
8. Cold Water
9. I Remember
10. Eskimo

Ohrwurm absolut ist wieder einmal die ganze CD. Von vorne bis hinten stimmig, absolut großartig und unvergleichbar. Herausheben möchte ich vielleicht Amie, I Remember, The Blower’s Daugter und Cannonball.

Klingt nach Damien Rice. Es klingt eigentlich kaum jemand wie er. Erinnert irgendwie aber auch an Ryan Adams oder Rufus Wainwright ohne nasaler Aussprache.

Daumen in die Höhe für die Stimme. Für die Texte. Für das Gesamtkunstwerk “O”. Und für Lisa Hannigan. Eine wunderschöne Frauenstimme.

Daumen woanders hin, um ihnen ein bisschen Bewegung zu bieten. Einziger Nachteil. Vielleicht zu bald vorbei. Obwohl es eigentlich eine relativ umfangreiche CD ist.

Zeigefinger in die Höhe um Damien in den Musikhimmel zu heben. Er ist großartig. Einzigartig. Wunderbar.

Lieblingssongzitat “ Stones taught me to fly. Love taught me to lie. Life taught me to die” aus Cannonball.

Kaufen? Ja. Definitiv. Ohne jede Frage. Wunderbar. Großartig. Einzigartig. Musik gewordenen Emotionen. Emotionen erzeugende Musik.

Schulnote: 1

Erscheinungsjahr: 2003

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