Lange Zeit war ich schon nicht mehr in einem Lichspieltheater und hatte heute eigentlich vor, irgendetwas Actionreiches und Anspruchsloses zu sehen. Hulk zum Beispiel, oder Hancock. Etwas Anspruchsloses bekam ich schlussendlich auch serviert, und trotzdem fällt es mir schwer, den Film zu kritisieren.
Mamma Mia!, ein Lied der kultigen und auch überaus großartigen schwedischen Band ABBA hat es nach seinem fulminanten Musicalerfolg mit über 30 Millionen Besuchern weltweit, also auch noch auf die Leinwand geschafft. Und nachdem ich von Musicalfilmen sowieso sehr wenig halte (zumindest kenne ich nur ganz wenig wirklich Herausragende), habe ich mir auch nicht viel erwartet.
Was zuallererst ins Auge springt, ist der akute Kitsch. Um ja das Hotel auf einer Insel in Griechenland so romantisch und mysteriös wie möglich zu machen. Die Geschichte ist schnell erzählt. Sophie, gerade mal zarte zwanzig Jahre alt, steht kurz vor ihrer Hochzeit. Und während ihre Mutter Donna (Meryl Streep in einer, für diesen Film, herausragenden Rolle) ihre zwei Freundinnen zur Hochzeit einlädt, hat sich auch Sophie etwas überlegt. Um endlich ihren Vater kennen zu lernen, hat sie recherchiert und irgendwo das alte Tagebuch von Donna gefunden. Und in genau diesem schreibt sie von drei Sexabenteuern, wo jeder
als möglicher Vater in Frage käme. Und so lädt Sophie in Donnas Namen diese drei Männer ein. Nach dem ersten unfreiwilligen Aufeinandertreffen nimmt das Schauspiel seinen Lauf.
Wie für einen Musicalfilm üblich, werden überall Songs von ABBA gesungen. Und es hat mich teilweise beeindruckt, wie passend die Lieder zu den verschiedenen Szenen im Film gepasst haben. Und natürlich ist es von Vorteil, dass gerade ABBA-Lieder einen unglaublich hohen Ohrwurmfaktor besitzen, denn so wippt man schon nach dem zweiten Takt mit und möchte am liebsten gleich mitsingen. Dass ein Musicalfilm natürlich auch zeigt, ob die bekannten Schauspieler auch singen können, ist gerade hier sehr unterhaltsam. Meryl Streep beeindruckt vor allem mit ihrem gefühlvollen The winner takes it all, Amanda Seyfried (die junge Sophie) überzeugt ebenso mit ihrer sanften, schönen Stimme. Jedes Mal lächeln musste ich, als Pierce Brosnan (einer der drei möglichen Väter) sein Songparts hatte. Keine Ahnung wieso, aber vielleicht war ich nur seine deutsche Synchronstimme gewohnt.
So könnte man eigentlich sagen, dass die Story eigentlich schon etwas ausgelutscht ist. Denn Ich-suche-meinen-Vater-Filme gibt es zur Genüge. Die Szenerie ist viel zu kitschig, aber das liegt vielleicht daran, dass der Film scheinbar vor allem für Frauen ausgelegt ist. Die Songparts und Tanzchoreographien überzeugen. Und was jetzt noch bleibt, ist der Anspruch. Und da hätten wir das, was wahrscheinlich nicht anders möglich gewesen wäre. Der Film ist seichte Blockbuster-Unterhaltung, was Schönes und defintiv sehr Lustiges für zwischendurch. Dass man vom Film, von der Handlung gefordert wird, wage ich jedoch zu bezweifeln. Vor allem, da der restliche Plot nach der Hälfte des Films zu erahnen ist.
Wer also unbedingt mal wieder einen durchaus gelungenen (ich zähle ihn zum gehobenen Durchschnitt) Musicalfilm sehen möchte, wer endlich mal wieder ABBA-Songs hören möchte und wer bekannte und gute Schauspieler in sehr lustigen Szenen sehen will, der ist hier vollkommen richtig. Aber recht viel mehr darf man sich, meiner Meinung nach, nicht erwarten. Interessant finde ich, dass der Film am Premiereabend in einem vollen Saal lief. So schlecht kann es der Filmindustrie also gar nicht gehen.
Le Scaphandre et le papillon … ein Film von Julian Schnabel. Der ehemalige französische Chefredakteur der Elle, Jean-Dominique Bauby erleidet 1995, im Alter von 42 Jahren, einen Schlaganfall. Und leidet schlussendlich an dem seltenen „Locked-In-Syndrom“. Gefangen im eigenen Körper.
Der Film berührt an dem Punkt, der uns allen am schrecklichsten erscheint. Die Unbändigkeit des Schicksals, das Wissen, dass in der nächsten Sekunde alles anders sein kann. Dass man irgendwann vielleicht ein Leben zu führen hat, welches einsamer und schlimmer kaum sein kann. Es beschreibt die unendliche Liebe von Kindern zu ihrem Vater, von der Sorge um andere Menschen, vom Egoismus des Todeswünschenden, und der Macht der Fantasie und der Erinnerung, von Träumen und vom Gewinn des Lebens über den Wunsch zu Sterben. Der Film überdramatisiert nichts, er beschönigt nichts, ist gespickt mit der perfekten Prise Humor, ist melancholisch und manchmal einfach nur schön. Trotz der Lage in der sich Jean-Do befindet.
1. Graceland
1. Watching The Ships Roll In
1. Cute




Wenn man jetzt den Fernseher einschaltet, sieht man maximal die Bilder von Ahmedinedschad, seinen Traum vom Ende des Zionismus und die Pläne für Nuklearwaffen. Wie es dazu kam, und warum immer wieder solche Menschen die Macht in solchen Ländern übernehmen. Eine Frage, die viele beschäftigt, aber die Meisten sind zu faul um zu recherchieren. Dieser Film, Persepolis, nimmt einem ein kleines bisschen Recherche-Arbeit ab.

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