
Merian C.Coopers und Ernst. B. Schoedsacks “King Kong und die weiße Frau” aus dem Jahre 1933 gilt als Grundstein für den riesigen Erfolg, den Filme um den großen Affen bis heute erzielen. Der Herr der Ringe, Peter Jackson wagte sich 2005 an das Projekt, diesen Film neu zu verfilmen. So wie er ihn schon immer machen wollte. Und wie sollte es auch anders sein … ein Spiel zum Film musste folgen.
Und so gab Mr. Jackson UbiSoft den Auftrag ein gutes Spiel zu machen. Ein sehr gutes Spiel. Ein Spiel, das dem Film gerecht werden sollte. Natürlich konnte da nur Entwickler-Genie Michel Ancel in Frage kommen.
Muss ich zur Geschichte noch etwas sagen? Okay. Wir befinden uns im Amerika des Jahres 1933. Der windiger Regisseur Carl Denham wird von seinen Produzenten fallen gelassen, haut einfach mit den ersten Metern seines neuen Films ab, schnappt sich die arbeitslose Schauspielerin Ann Darrow und nimmt auch noch den hochtalentierten Jack Driscoll mit. Aber statt eines Liebesabenteuers auf hoher See hatte Denham eine ganz andere Geschichte im Hinterkopf. Er führte das Schiff zu einer unentdeckte Insel, welche er auf einem Schatzplan, den ihm jemand zusteckte, entdeckt hatte. Und obwohl der Kapitän von einem Haftbefehl gegen den Regisseur erfährt landet das Schiff auf dieser sagenumwobenen Insel. Die Geschichte rund um King Kong nahm ihren Lauf. Nachdem sie nämlich die ersten Aufnahmen des Riesenaffens im Kasten hatten, der Entführung Anns und einer actiongeladenen Verfolgungsjagd gelingt es der Crew, Kong zu fangen und ihn als das achte Weltwunder nach New york zu schleusen. Was dann geschah, ist schon Filmgeschichte.
The Beauty And The Beast
Das Spiel beginnt mit einer Einleitung in die ganze Geschichte. Szenen aus den Film wurden für das Spiel angepasst und mit Untertitel unterlegt. Das erste Mal selbst eingreifen darf man dann nach der Landung auf dieser Insel. Man steuert anfangs Jack aus der Egoperspektive. Um das Spiel wie einen interaktiven Film aufzubauen, haben die Entwickler auf jedwede Bildschirmeinblendungen verzichtet. Mit Speeren und Schusswaffen bewaffnet kämpft man sich durch den Dschungel, kommt in Kontakt mit Eingeborenen, bekämpft Urzeitweisen und folgt King Kong, um die Hauptdarstellerin des Films aus den Fängen des Affen zu befreien. Fast an jeder Ecke muss man mit Angriffen von Flugdinosauriern, Riesenwürmern und T-Rexs rechnen.
Ist man dann weit genug gelangt, kommt der Charakterenwechsel. Von nun an spielen wir nicht mehr den kleinen, unscheinbaren Drehbuchautor, sondern den King himself. Hier muss man sich nicht mehr vor jedem Untier fürchten. Um seine große Liebe, Ann Darrow zu schützen, kommt es nun aus der Verfolgerperspektive zu actionreichen Prügeleien mit Riesendinosauriern. Und wie gewohnt muss man auf Bäume klettern, sich von Ast zu Ast schwingen (schon verwunderlich, wie agil so ein Riesending sein kann).
Diese spielerische Abwechslung ist wohl das größte Plus dieses Games. Während man sich als Jack noch vor allem fürchten muss, und nicht sehr schwer das Zeitliche segnet, hat man in den gescripteten Szenen mit dem König des Dschungels fast die ganze spielerische Freiheit. Und durch d
ie pure Action kommt auf die Flora und Fauna noch umso besser zur Geltung.
Ape Escape
Grafisch ist das Spiel aus dem Jahre 2005 immer noch absolut sehenswert. Wie schön ein Dschungel voll Monster sein kann, wusste man bis zu diesem Spiel wohl nicht. Auch der King wurde liebevoll animiert, und so wirkt selbst dieses Monstrum wie ein weicher Teddybär. Das Aussehen der Schauspieler aus dem Film, Naomi Watts, Jack Black und Adrien Brody wurde auf die Helden aus dem Spiel übertragen und so folgt man gerne den fanatischen Regisseur mit dem Gesicht von Herrn Black und befreit umso gerner Fräulein Watts aus den Fängen des Affen.
Um wirklich das gelungenstes Spiel zu einem Kinofilm zu werden, haben sie auch noch die deutschen Synchronstimmen engagiert, um den computeranimierten Menschen auch sprachlich Leben einzuhauchen. Schon schnell findet man sich im Setting des Spiels wieder, die Schreie von Ann und die naiven Sprüche von Carl tragen zu diesem Spielgefühl bei. Besonders gut hat mir gefallen, dass bei einer Verletzung von Jack der Blick immer mehr schwindet und er irgendwann nur mehr die passende orchestrale Musik hört.
Führe Mich Sanft
Mit den altbekannten Tastaturkombinationen steuert man Jack und Kong durch den wüsten Dschungel. Die WASD-Steuerung kennt ja schon jeder normale Gambler. Und mit der Maus schnappt man sich Speere, Gewehre und spitze Knochen und zielt und tötet damit all jenes Ungeziefer, welches einem an die Kehle möchte. Wobei man dazu sagen muss, dass man sich manchmal ärgert, anfangs so wenig Pistolen und Gewehre zu haben. Dinosaurier mit Speere, ob brennend oder nicht, zu töten ist schon sehr mühsam, vor allem, wenn man immer mal wieder stirbt und das Spiel vom letzten, eng gesteckten Checkpoint wieder zu beginnen.
Die USK-Freigabe mit 12 Jahren ist, meiner Meinung nach, gerechtfertigt. Da man keine Menschen tötet, aber doch auf Jagd nach Dschungelvieh macht, wäre das Spiel wohl nichts für 6-Jährige. Um einen schönen Eindruck vom Spiel zu gelangen, braucht man einen Prozessor mit mind. 1 GHz, 256 MB Arbeitsspeicher und einer 32-MB-Grafikkarte.
Je weiter man im Spiel fortschreitet, erhält man Extras zugesteckt. Sowas wie Artworks und Bildchen erfreuen das Herz eines jeden Fans. Und sobald man sich Filter erarbeitet hat, kann man das Spiel z.B. auch im Stile eines Schwarz-Weiß-Movies durchspielen.
Fazit: Der König des Dschungels
Von Peter Jackson hat man sich ja ein bombastisches Filmerlebnis erwartet. Und den meisten Erwartungen wurde der Blockbuster wohl gerecht. Und was erwartet man sich von einem Herrn wie Michel Ancel? Natürlich auch nur das Beste. Hat er uns doch schon mit Rayman und Beyond Good & Evil begeistert. Und die Zusammenarbeit dieser Wunderkinder hat perfekt funktioniert. Das Spiel fesselt von Anfang an, der zwar lineare und teilweise immer wiederkehrende Spielablauf wird durch die unglaubliche Kulisse, die schöne Grafik und die perfekte Soundkulisse spannend gehalten. Man kann King Kong wirklich als eines der besten Videospiele, die je zu einem Film gemacht wurden, sehen. Und selbst für Nicht-Kenner des Films (wie mich) erschließt sich die Gewaltigkeit des Projektes. Wer es also bis jetzt noch nicht hat, sollte so bald wie möglich zugreifen.
(8 von 10)
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