Archiv für Oktober 2007

Runaway 2 - The Dream Of The Turtle

Wenn es ein Spiel schafft, einen ermüdeteten Gambler wieder vor den Bildschirm zu locken, wie es eben Runaway vor knapp 4 Jahren geschafft hat, so ist es doch wohl nur das natürlichste, dass man sehnlichst auf die Fortsetzung, auf den zweiten Teil wartet. Und mit “Runaway 2 - The Dream of the Turtle” ist eben diese endlich, trotz langer Verspätung, doch noch erschienen. Ob die Entwickler der Pendulo Studios etwas dazugelernt haben, ob der Humor immer noch gleich gut ist, und ob sich Runaway 2 überhaupt noch wie ein Adventure spielt … das erfährst du hier.

Immer diese Flugzeugabstürze

Einige mögen sich vielleicht noch erinnern … nachdem Brian Basco endlich Gina (Timmins) aus den Fängen von Mafiosis befreit hat, düsen sie ab in ihren verdienten Traumurlaub. Und genau hier fängt auch schon wieder die Geschichte des zweiten Teils an. Die kleine Maschine erleidet einen Motoraussetzer, und Brian, ein Gentleman wie er nun mal ist, überlässt den einzigen Fallschirm seiner Geliebten. Das heißt natürlich von ihm: er muss mit dem Schiff (diesmal ein Flugzeug) untergehen. Er landet dann aber schließlich etwas unsanft auf einer scheinbar verlassenen Insel … mitten im Dschungel. Und schon kann das Abenteuer losgehen.

Und während seines Abenteuers trifft er noch auf so manchen alten Bekannten … wie z.B. der Liebling aus der Western-Stadt Sushi und der Klotz Oscar oder der Freak Joshua. Insgesamt zieht sich die ganze Geschichte über 6 Kapitel … wobei vor allem in den letzten Kapiteln immer mehr Fragen auftauchen.

Aus den Dschungel, in den Dschungel

Das schöne am ersten Teil war unter anderem die Grafik. Wunderschöne 2D-Hintergründe, schön gerenderte 3D-Figuren … und ein absolut fließender Übergang. Für mich war Runaway grafisch sicherlich eines der absoluten Highlights im Adventure-Genre. Doch Runaway 2 schlägt sogar diese wunderbare Grafik um Längen. Die vielen bunten und farbenfrohen Locations rund um den Globus gefallen einen beim ersten Hinsehen, und man sieht, dass sich die spanischen Entwickler wirklich Mühe mit der Gestaltung des ganzen Spiels gemacht haben.

Auch der Sound überzeugt einen … der Titelsong “I want to Runaway” ist ein derartiger Ohrwurm, dass er mir sogar jetzt noch in den Ohren lliegt. Und auch die tolle Stimme des ersten Teils, jene von Vera (der ehemaligen Sängerin von Liquor), singt dieses mal wieder neue Lieder. Die Sprachausgabe ist, wie man es von dtp gewohnt ist, unglaublich. Die Stimmen passen zu den Personen und die Lippenbewegungen fast gänzlich genau zu dem Gesprochenen.

Spiel, Spaß und Spannung

Ein Adventure? Ja, denn auf Zahlenpuzzles, Schieberätsel oder Actioneinlagen (à la Baphomets Fluch) wurde Gott sei Dank verzichtet. Hier geht es einfach nur um die allseits bekannten und von vielen geliebten Kombinationsrätseln. Und diese sind, so wie im ersten Teil, zwar meist logisch, aber es kommt doch des öfteren zu nur halbwegs sinnvollen Kombinationen … das Querdenken muss für dieses Spiel eigentlich neu erfunden werden. Durch logisches Denken kommt man bei einigen Rätseln einfach nicht weiter. Am besten ist, man kombiniert alles mit allem. Aber unfair wird das Spiel trotz allem nie … nur muss man beachten, dass Brian einen Gegenstand erst dann aufhebt, wenn er ihn wirklich gebrauchen kann … das heißt: Schausplätze mehrmals absuchen.

Die Steuerung ist immer noch so einfach wie schon im ersten Teil. Mit der Maus untersucht man Gegenstände, benützt sie und kombiniert das ganze. Wie es sich eben für ein klassisches Adventure gehört.

Der Humor des Spiels ist immer noch genauso wie im ersten Teil … oder vielleicht sogar noch um einiges besser. Man glaubt es kaum, dass keiner der Entwickler jemals für Lucas Arts gearbeitet hat. Der Humor kommt doch teilweise sehr nahe an die unglaublichen Lacher von Monkey Island heran … eine wunderbare Sache, denn wenn der Humor passt, dann klappt das auch mit den Rätseln.

Spielen kannst du dieses Spiel mit einem Windows 98/ME/2000/XP, Pentium III, 128 MB RAM, einer DirectX 9 kompatiblen Grafikkarte und einem DVD-Laufwerk. Wenn du diese Anforderungen standhalten kannst, dann steht dem Spiel eigentlich nichts mehr im Weg.

Fazit: Ein Absturz verändert dein Leben

Ich habe mir, wahrscheinlich wegen dem grandiosen ersten Teil, viel von Runaway 2 - The Dream of the Turtle erwartet. Und ich wurde eigentlich in fast allen Dingen übertroffen. Die Grafik ist unglaublich, der Sound passt und hört sich durch 5.1 für ein Adventure super an. Der Humor hat teilweise stark zugelegt, die Soundausgabe beeindruckt. Die Rätsel sind schwerer, und leider auch des öfteren komplizierter und unlogischer. Die Geschichte ist spannend und lustig. Und doch haben die Entwickler einige Fehler des ersten Teils nicht ausgemerzt. Dass man Schauplätze mehrmals untersuchen muss, da Gegenstände anfangs nicht mitgenommen werden, da sie nutzlos seien … und doch braucht man genau diesen Gegentand später.

Alles in allem scheint Runaway 2 für mich das wahrscheinlich beste Adventure des Jahres zu sein. Das das Ende eher lieblos erscheint (Fortsetzung folgt), kann ich dem Spiel zwar verzeihen … aber trotzdem erwarte ich mir im dritten Teil (und der kommt sicher), alle Antworten auf die Fragen, die ich mir während des Spielens gestellt habe.

Also: Runaway 2 ist ein einzigartiges Adventure

8 von 10

Syberia

Adventures … eine scheinbar vom Aussterben bedrohter Gamesart. Doch jedes Jahr erscheinen einige gute bis geniale Spiele … und jedes Jahr werden es mehr! Und so schaffte es auch ein kanadisch-/französisches Adventure auf den deutschsprachigen Spielemarkt: Syberia. Als Quasi-Nachfolger zum Game “Amerzone” versuchte das Spiel, den Gamer mit einer unglaublichen Grafik, einem attraktiven Hauptcharakter und einfach mit der Tatsache, dass es sich um ein Adventure handelt, vor den Bildschirm zu fesseln. Ob das den Entwicklern von Microids gelungen ist, beantworte ich dir in meiner heutigen Review!

From Kate with Love …

Du bist diesmal die junge Anwältin Kate Walker aus New York. Dein erster großer Auftrag, der dir von deiner Kanzlei auferlegt wurde, ist die Abwicklung des Verkaufs einer traditionsreichen Spielzeugfabrik in Europa. Jahrhundertelang war diese Firma im Besitz der Familie Voralberg (nicht zu verwechseln mit dem österreichischen Bundesland im Westen), doch durch die neuen, elektronischen Spielzeuge rentierte sich der Verkauf der dort hergestellten, mechanischen Spielzeuge und Automaten einfach nict mehr, und die letzte Lebende, Frau Anna Voralberg wollte die Firma an ein amerikanisches Unternehmen verkaufen. Und deswegen macht sich Kate auf den Weg nach Frankreich, in das verträumte kleine Städtchen Valadilene … eigentlich sollten dort nur Kaufverträge unterschrieben werden … doch …

Kurz nach der Ankunft unserer Hauptprotagonistin verstirbt Frau Voralberg und lüftet in einem Schriftstück, welches sie Kate hinterlegt hatte, ein jahrelang gehütetes Geheimnis. Sie war nämlich nicht die einzige Lebende Voralberg … da gab es noch Hans. Und genau diesen musste nun auch Kate aufsuchen … um die Kaufverträge entgültig abzuschließen. Und so macht sie sich auf, nach Osteuropa, zwischen die Alpen und nach Sibirien. Bis sie bemerkt, dass Hans Voralbergs Visionen von einer mechanischen Welt vielleicht schon Realität geworden sind: an einem geheimnisvollen Ort namens Syberia.

Wer sich von diesem Adventure Humor in Monkey Island - Manier erwartet, der wird sicherlich enttäuscht. Nein, natürlich ist das Spiel auch nicht todernst, den Humor haben die Entwickler aber in groteske Situation, und subtile Gespräche eingebaut. Irgendwie scheint mir das ein intelligenter Humor zu sein (wobei ich hier jetzt natürlich nicht behaupten möchte, dass der Ehestreit der Threepwoods nicht intelligent wäre ;-).

Weiters ist Kate keine Person, von der man im Spiel so gut wie gar nichts erfährt … nein, nein … denn in Telefonaten, die sie mit ihrem Handy führt, telefoniert sie u.a. mit ihrer Mutter oder ihrem Freund. Und sie vollführt in diesem Spiel auch eine überzeugende, glaubwürdige Charakterwandlung.

Ein Comic-Adventure?

Naja, so könnte man fast meinen, aber, das Spiel wurde nur von einem bekannten französischen Grafik-Novelisten namens Benoît Sokal mitgestaltet. Die Hintergrundgrafiken, die Figuren, dies alles stammt aus seiner Feder.

Bekannt wurde er als Schöpfer des “Inspektor Canardo” … doch schon Ende der Neunziger brachte er sein erstes Spiel heraus, ebenfalls ein Adventure, nämlich Amerzone. Dann folgten eigentlich nach Syberia nur Syberia 2. Jetzt arbeitet er mit seiner eigenen Firma White Birds an einem grafisch ebenso überwältigendem Spiel namens Lost Paradise.

So, weil ich ja immer über die Grafik spreche … nun ja, was soll ich sagen: Klasse? Superduper? Oder einfach nur ausgezeichnet? Naja, sie gehört wirklich zum besten, was man als Adventurespieler überhaupt zu sehen bekommen hat. Die Hintergründe sind wunderschön gezeichnet, voll mit kleinen Details und die Charaktere sind ebenfalls detailliert, schön gezeichnet und passen wunderbar in die Umgebung. Übrigens benutzt dieses Spiel, wie auch Cold Blood oder Runaway die bekannte 2D / 3D - Kombination. Gezeichnete Hintergründe (2D) mit 3D-Charakteren. Denn nur dadurch konnten so viele Details in den Hintergrund hineingebaut werden.

Die vielen Videosequenzen sind einzigartig, schön gerendert, und wirklich von einem tollen “Regisseur” gemacht. Sie eröffnen dir die Welt von Syberia noch besser und du wirst schon nach kurzer Zeit die Geschichte, die Videos, Kate und das Spiel lieben!

Stets verwischt sich in diesem Spiel die Grenze zwischen Realität und Fiktion. Einerseits kann man in Syberia Anlehnungen an das 20. Jahrhundert bewundern. Darunter befinden sich direkte Referenzen wie der verfallene Industriekomplex Komkolzgrad, einstige Vorzeigefabrik eines kommunistischen Regimes, heute nur noch Symbol für dessen Versagen, oder weniger explizite Andeutungen wie eine Portion Fortschrittskritik, wenn es um den Verkauf der Traditionsmanufaktur der Voralbergs geht, oder das leise Beklagen der Umweltverschmutzung durch unverantwortlichen Umgang mit der Natur.

Andererseits haben alle Charaktere in diesem Spiel irgendetwas groteskes, Einsiedler-mäßiges an sich … jeder lebt in seiner eigenen Welt, abgeschlossen von der Außenwelt. Und Sokal hat sich auch daran gemacht, neue Tiere, Pflanzenarten oder gar Völker zu schaffen, ihnen Namen zu geben, doch dass ohne dabei die Fiktion offen darzulegen. Man fragt sich immer, was denn nun Fiktion und was Realität ist … den surrealistischen Einflüssen von Benoit Sokal konnte sich Syberia sicher nicht entziehen, und das ist auch gut so!

Ein Problem hat das Adventure aber doch. Anklickbar sind nur relevante Objekte, jene, die du auch für das Rätsel brauchst. So bleiben Gedanken über eine abgebrochene Messerklinge auch nur Gedanken, solange man es nicht für ein Rätsel braucht. Dadurch kann Kate natürlich mit viel weniger Objekten interagieren … und die Spielwelt ist auf einmal, ein klein bisschen weniger lebendig … schade.

Rätselmäßig kann sicherlich Syberia nicht eine so große Quantität bieten wie z.B. Tony Tough, Monkey Island oder Baphomets Fluch. Doch das Spiel lebt nicht von den Rätseln, sondern von der Geschichte, von den Charakteren, von Kate. Die Rätsel, die dir aber vorgesetzt werden, sind halbwegs fordernd, für Profis aber zu einfach. Durch die lineare Führung das Adventures wird das Inventar nie zu voll, meist findet man alle Dinge, die man für ein Rätsel braucht auch leicht und offensichtlich in der näheren Umgebung. Neben einigen Aufgaben wie das Betätigen von Hebeln und Schalten gibt es aber auch neue, interessante Rätsel, die auch wirklich klasse in das Spiel passen.

Musikalisch geht es in Syberia eher unspektakulär her, in den vier Spielewelten (mit den vielen verschiedenen Hintergründen) gibt es jeweils eine eigene Musik … die man am ehesten als klassisch einstufen kann. Doch auch Nicht-Fans müssen schon nach kurzer Zeit zugeben, dass die Musik zum Spiel, zur Umgebung super passt! Und in den Zwischensequenzen kann man z.B. auch mal eine Opernsängerin bewundern … eigentlich komisch für ein Adventure … doch Syberia schafft es, irgendwie einen eigenen Stil zu finden, in dem solche Dinge einfach dazugehören. Die Soundeffekte, wie das Rattern der Zahnräder, oder das Dampfen der Lokomotive sind super, glaubwürdig und präzise dosiert.

Point … Und dann hat es Klick gemacht.

Die Steuerung ist einfach, so wie man es sich von einem guten Adventure erwartet. Gesteuert wird nämlich mit der Maus, und dessen Mauszeiger verändert sich, je nachdem über was er gerade steht. Wenn er etwas benutzen kann, zeigt sich die Hand, wenn er etwas betrachten kann, eine Lupe und wenn er mit jemanden kommunizieren kann eine Sprechblase.

Mit der rechten Maustaste hingegen ruft man das Inventar auf, das sich in zwei Teile aufteilt. Der eine ist vielen schon bekannt, denn dort werden die Gegenstände gelagert, im anderen aber findest du Dokumente wie Tagebücher, Skizzen oder Fahrkarten. Vor allem dieser Teil wird bis zum Ende des Spiels voller.

Sprechen kann Kate auch. Und wenn sie sich mit einem dieser grotesken Charakter unterhält, kramt sie ihren Notizblock heraus, auf dem die für sie relevanten Themen stehen. Nachdem man dieses oder jenes Thema angeschnitten hat, wird es auch schon von der Liste gestrichen. Das ist zwar kein komplexes Dialogsystem, aber dadurch bleibt auch die Spannung erhalten.

Das Spiel ist übrigens vollkommen synchronisiert worden. Alle Texte wurden super ins Deutsche übersetzt, und selbst bei den fachsprachlichen Texten wie jene der Anwaltskanzlei wurde gezeigt, wie eine kompetenze Übersetzung aussieht. In wenigen Ausnahmen hat das Spiel aber mit Fehlern bei der Rechtschreibung, der falschen Interpunktion oder dem Satzbau zu kämpfen. Bei der Sprachausgabe hat Microids zwar vor allem bei Kate ins Schwarze getroffen, da sie eine angenehme Stimme hat, aber auch die meisten anderen Charaktere haben eine passende, gute Stimme verpasst bekommen. Jedoch gibt es einige, bei denen die Stimme irgendwie nicht zu ihrem Auftreten passen … aber darüber kann man doch hinwegsehen!

Die Systemanforderungen sind nicht allzuhoch: man braucht zumindest einen Pentium 2 mit 350 MHz, einen Arbeitsspeicher von 64 MB, eine 16 MB DirectX 8 kompatible Grafikkarte und 400 MB freien Speicherplatz … dann kann man das Spiel mit den minimalen Systemvorraussetzungen spielen. Empfohlen wurden aber ein Pentium 3 mit 500 MHz, 128 MB Arbeitsspeicher, eine 32 MB Grafikkarte und 1,1 GB freier Festplattenspeicherplatz.

Fazit: Zieh dich warm an … es geht in den hohen Norden Sibiriens …

Ich habe natürlich einige Tests über Syberia in Printmedien gelesen (GameStar, PC Games, ComputerBild-Spiele) und die waren ja alle nicht so begeistert von dem Spiel. Und deswegen kaufte ich es mir auch nicht … doch durch die PC Games Vollversion im November 2004 kam auch ich in den Genuss dieses Spiels. Und ich freue mich wieder einmal über die Heft-CDs.

Syberia ist ein Adventure wie ich es liebe: eine tolle Story, ein tolle Hauptcharakter, eine schöne Grafik (naja, die brauche ich in einem Adventure zwar nicht unbedingt), und eine super Musik … all das hat mich überzeugt. Kein anderes Adventure hat so viele schöne, einzigartige Hintergründe, so groteske Charaktere und eine so schöne Vermischung zwischen Realität und Fiktion. Einfach toll, so ein Spiel.

Naja, ich weiß noch nicht ob ich mir Syberia 2 kaufen werde … vielleicht in der Syberia-Collection, denn dann habe ich auch Syberia im Original und nicht auf einer Heft-CD. Naja, ich bin schon mal gespannt auf Lost Paradise, die Screenshots versprechen ja schon wieder eine Grafikpracht wie man sie nur von Benoit Sokal gewohnt ist. Die Syberia-Serie ist übrigens abgeschlossen, die Geschichte hat laut BS ein Ende gefunden.

Somit: Der Kaufvertrag muss unterschrieben werden!

7 von 10

Freund Oder Feind. Eine Mitfahrgelegenheit.

 

Erinnert sich noch einer an diesen einen Klempner, der zwar viel kleiner und dicker als sein großer Bruder ist, aber doch viel mehr Ruhm und Lob bekommen hat? Wieso erinnern? Er war doch nie weg. Stimmt eigentlich. Aber doch hat er sich verändert.

Und weiß eigentlich jemand, was Hedgehog auf Deutsch heißt? Dieses kleine blaue und blitzschnelle Ding. Auch eine eigene Geschichte. Weltberühmt. Aushängeschild einer riesigen Firma. Wannabe-Rockstar und Ikone einer ganzen Generation.

Und jetzt stellt man sich nur mal vor, diese beiden Gestalten vereinigen sich. Nach jahrelanger Feindschaft und Kampf um die Fans. Das wäre, wie wenn The Libertines mit den Babyshamples zusammenarbeiten würden. Viel gemeinsam, aber doch wieder ganz anders.

Sonic, the Hedgehog, ist natürlich der blaue Blitzigel. Segas Aushängeschild und vertreten auf allen jemals gängigen Sega-Konsolen. Zum ersten Mal in Kontakt mit ihm kam ich durch eine Runde Mega Drive bei einem Freund. Hatte schon was das Spiel. Und sein erster großer Auftritt auf der leider klanglos versumpften DreamCast hatte auch bei Sega-Gegnern Entzücken ausgelöst.

Mario, der dicke Klempner und Prinzessinen-Retter gilt auch immer noch als die Figur, die man mit dem großen Namen Nintendo verbindet. Auch wenn seit den glorreichen Zeiten mit Super Mario Bros (NES, SNES), Super Mario Land (GameBoy) und Mario 64 (N64) viel Software ins Land gezogen ist. Aber obwohl Metroid oder Castlevania eigentlich auch mit Nintendo verbunden werden müssten, bleibt Mario der Headchief der Firma.

Und nach dem heftigen und höchst interessanten Videospielcrash Mitte der Achtziger brachte ja bekanntlich Nintendo mit dem NES den Stein wieder ins Rollen. Atari versuchte sich mit halbgarer Hardware. Sega setzte mit dem Master System und dem Mega Drive nach. Und es sollte noch lange dauern, bis auch Sony oder gar Microsoft auftauchen sollten. Und gerade mit den Spielen rund um diese zwei Haudegen kämpfte Sega und Nintendo um die Vorherrschaft am wiederauferstehenden Videospielmarkt.

Doch was liest man jetzt? Mario & Sonic at the Olympic Games. Die beiden also, in einem Spiel mit zwei gleichgestellten Hauptcharakteren. Wie kann es sowas geben. Naja, Sega musste nach dem Dreamcast-Debakel den Konsolenhut nehmen und konzentrierte sich auf die Software-Erzeugung. Und da bot man sich eben auch Sony, Microsoft und Ex-Erzfeind Nintendo an. Und das erklärt nun die Fahrgemeinschaft zu den Olympischen Spielen. So à la Oliver Pocher und Eltern auf dem Weg zur Europameisterschaft in Portugal.

Was darf man sich erwarten. Gewohnte Qualität, denke ich. Aber es ist doch schön, wie sich ehemalige Erzfeinde jetzt gut verstehen. Oder machen sie das wirklich nur wegen dem Geld?