Persepolis

Wie ein Film mich zu fesseln wusste. Historische Aufklärung. Humor. Die richtige Darstellung. Eine spannende Geschichte. Nach wahrer Begebenheit. Das Leben von Marjane Satrapi. Geboren im Iran.

Wenn man jetzt den Fernseher einschaltet, sieht man maximal die Bilder von Ahmedinedschad, seinen Traum vom Ende des Zionismus und die Pläne für Nuklearwaffen. Wie es dazu kam, und warum immer wieder solche Menschen die Macht in solchen Ländern übernehmen. Eine Frage, die viele beschäftigt, aber die Meisten sind zu faul um zu recherchieren. Dieser Film, Persepolis, nimmt einem ein kleines bisschen Recherche-Arbeit ab.

Der erste Teil zeigt die kleine Marjane, wie sie aufwächst, im Iran des Schahs. Wie es dazu kam, warum sich jeder das Ende dieser Zeit herbeiwünschte, und warum trotzdem nachher nichts besser, aber vieles schlechter wurde. Sobald Marjane dann ein gewisses Alter erreicht hat, die Pubertät, schlägt der Film irgendwie um. Sodann beobachtet man sie auf der Suche nach ihrer Identität, ihrem Ich, ihrem Zuhause. Auf der Suche nach der großen Liebe. Nach der Freiheit.

Der gesamte Film basiert auf den Comics von eben dieser einen Frau, die im Film so viel Mut und ebenso viel Zweifel und Angst zeigt. So wurde der Grafikstil des Comics übernommen und in einen Zeichentrickfilm verwandelt. Die meiste Zeit, bis auf die wenigen Szenen in der Gegenwart, sind in Schwarz und Weiß gehalten. Für mich zeigt dieser Film wieder einmal, dass man auch bei Zeichentrickfilmen Anspruch und fesselnde Atmosphäre erwarten kann.

// Das Fazit

Für mich ist Persepolis einer der beeindruckendsten und bewegensten, einer der erdrückendsten und erschreckendsten, einer der besten und einer der großartigsten Filme. Er führt einen hinein, in eine Welt, die man nur durch einseitige Medienberichterstattung kennt. Man lernt die Geschichte kennen. Jene des Irans, und jene von Marjane Satrapi. Als wir heute im Kino waren, fanden sich insgesamt nur 9 Personen ein. Schade eigentlich, entgeht all den anderen doch ein so einzigartiger Film. Ich kann diesen Film wirklich allen empfehlen. Wobei ich denke, dass die Altersfreigabe ab 10 Jahren doch etwas sehr niedrig ist. Zu bedrückend und heftig ist der Film doch. Aber für mich war Persepolis eindeutig ein Filmereignis.

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