
Tim Burton featuring Johnny Depp featuring Helena Bonham-Carter. Klingt nach einem guten Film. Dann auch noch den Plot ins London des 19. Jahrhunderts mit der Musikuntermalung von Stephen Sondheim. Ein perfekter Film, oder?
Ich habe mir einigermaßen etwas von diesem FIlm erwartet. Oscar-nominiert, von Tim Burton (ich liebe Big Fish und überhaupt seine Art, Dinge zu inszenieren). Und mit Depp, einem tollen Schauspieler und FightClub-Lady Bonham-Carter. Eigentlich die perfekte Mixtur.
Die Story stammt aus einem Groschenroman. Und das Drehbuch scheint auch nicht wirklich besser zu sein. Ein Barbier in London hat eine wunderschöne Frau und eine kleine Tochter. Der große Richter findet eben diese Frau schön, und lässt den Barbier verbannen. Fünfzehn Jahre später taucht er wieder auf, unter dem Namen Sweeney Todd. Und rächt und rächt.
Leider müssen die Charaktere in diesem Film auch noch singen. Zugegeben, dafür, dass sie eigentlich nur Schauspieler sind, singen sie nicht schlecht. Aber kommt es mir nur so vor, oder wiederholen sich die Songs alle zehn Minuten? Entweder sie singen von Beautiful oder von Johanna oder Frauen. Wie trivial, das Ganze.
Noch dazu schneidet Todd nach und nach Kehlen durch. Schön ästhetisch, sodass das Blut bis zur Kamera spritzt. Mir war ehrlich gesagt schlecht, neben der Langeweile, die sich durch den ganzen Film zog. Der Film ist makaber, in schönen Farben umgesetzt, aber einfach nur total schlecht. Eine größere Songauswahl hätte dem ganzen gut getan. Was mich am meisten gestört hat, ist die Überstilisierung und Dramatisierung des grauslichen Londons.
Und um jetzt noch schnell zusammenzufassen: ich zähle Sweeney Todd zu den langweiligsten Hollywood-Produktionen, die ich jemals gesehen habe. Er ist auch unter den Top-10 der schlechtesten Filme. Und definitiv der schlechteste Burton-Film (obwohl ich schon Sleepy Hollow grottenschlecht fand) und ebenso der schlechteste Depp-Film. Ich empfehle den Film allen, die Blut sehen wollen, Handlung gerne vermissen und Depp und Bonham-Carter singen hören wollen. Für alle anderen, ist es rausgeschmissenes Geld.

eine meinung über den film, meine schaut anders aus.
Stimmt. Gott sei Dank gibt es unterschiedliche Meinungen. Sonst wäre ja das Kinoangebot sehr einseitig.
Aber es überrascht mich, wie hoch die Bewertungen sind (7von10-ö3; 6von6-oön usw.) und es sind doch so viele aus dem Kino rausgegangen und haben gesagt, er war scheiße.
Das mit den Medien überrascht mich ehrlich gesagt bei keinem Film mehr. Gerade von Massenmedien (über Ö3 braucht man in dem Zusammenhang nicht diskutieren und die OÖN sind eins, das für OÖ doch halbwegs tonangebend ist oder zumindest sein kann) werden fast alle Filme, die halbwegs ein Staraufgebot haben, weiter gepusht. Selbst in den konservativen Zeitungen des Landes (Krone [OÖ], Volksblatt) hat sich keiner über Sweeney Todd aufgeregt. Einmal in der Maschinerie, immer gut vermarktet. Und das sage ich jetzt auch, obwohl mir dieser Film ganz gut gefallen hat.